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am 18. September 2019

Gerechtigkeit ist unser Anliegen

Maria Buchmayr - Gerechtigkeit ist unser Anliegen

​Frauen – und damit auch ihre Anliegen – sind in allen oberösterreichischen Gemeinderäten unterrepräsentiert.

Frauen sind in der Politik mit besonders schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert. Einerseits zeitlicher Natur, nicht familienfreundlich, Abendtermine etc. Andererseits ist der Umgang mit Frauen schlichtweg ein anderer. Frauen sind Anfeindungen, sexistischem Verhalten, Untergriffen ausgesetzt, insbesondere in Landgemeinden leider noch immer Realität im Jahr 2019. Es ist aber sehr wichtig, dass Frauen mitgestalten, denn sonst werden auch weiterhin ihre Anliegen mehrheitlich von Männern entschieden. Denn nur wenn Frauen in allen Gremien, als Bürgermeisterinnen und in den Gemeinderäten entsprechend vertreten sind und direkt mitentscheiden, wird sich die Situation für Frauen verbessern.

 Maria Buchmayr:

  „Frauenpolitik darf nicht an der eigenen Haustüre Halt machen! Es ist zu gewährleisten, dass in alle politischen Entscheidungen die Erfahrungen und Alltagsbedingungen der Frauen einfließen und die politischen Entscheidungen auch prägen.“


Häufige Anliegen von Frauen:

 Mobilität

Die immer noch viel zu starke Abhängigkeit vom eigenen (Zweit-)Auto. Einerseits beruflich notwendig, um in die Ballungszentren zu pendeln, andererseits, um Familientaxifahrten zu ermöglichen, da öffentlicher Verkehr immer noch ein Stiefkind in der Region ist. ÖFFENTLICHER VERKEHR ist nicht nur für das Klima essentiell, sondern insbesondere auch für die Bewältigung der Lebensrealitäten von Frauen.

Vereinbarung Beruf und Familie

Der Weg in die Arbeit, der oft lang und kostspielig ist, und die geringe Entlohnung von sogenannten „typischen Frauenberufen“ führt immer noch zur Überlegung, zu Hause zu bleiben und die Familienarbeit vorzuziehen, weil die Vereinbarkeit nicht möglich ist bzw. sich nicht „rechnet“. Dies hat fatale Auswirkungen auf Lebensbiographien (Stichwort: Pension/Altersarmut) und fixiert stereotype Rollenbilder. 

Familien- und Carearbeit / Kinderbetreuung und Pflegenotstand

Die Kinderbetreuung ist in einzelnen Gemeinden recht gut, aber im Gesamten immer noch – wie in ganz OÖ – stark ausbaufähig. Insbesondere in den Sommermonaten ist die Organisation der Kinderbetreuung eine Herausforderung, die oft nur durch massive Einschränkungen der Eltern – wie sich zeigt, mehrheitlich jene der Mütter – zu bewerkstelligen ist. In Altenheimen bleiben trotz Warteliste Plätze frei, da es einen Personalnotstand gibt. Da leider der Großteil der Familien- und Carearbeit nach wie vor von Frauen getätigt wird, wäre es dringend notwendig, dass auch Frauen in die Entscheidungs- und Organisationsprozesse zu dieser Thematik entsprechend eingebunden sind.

Infrastruktur  vor Ort Wirtschaftlich-strukturelle Entscheidungen vor Ort werden aus Frauensicht oft ganz anders bewertet als aus der mehrheitlich männlichen Perspektive. In den Gemeinderäten werden Standortfaktoren beschlossen, die beispielsweise zur Schließung/Absiedelung örtlicher Strukturen führen (Beispiel Nahversorger). Oder bei der Infrastruktur im Freizeitbereich (Kinderspielplätzen, Jugendtreffpunkten, Freizeitmöglichkeiten, Sportangeboten (hier sind Mädchen nicht annähernd so gefördert wie Burschen) etc.

Gleichberechtigung ist auf dem Papier selbstverständlich vorhanden, aber die Lebensrealitäten zeigen ein anderes Bild. Oben genannte Themen betreffen aufgrund der Aufteilung bezahlter und unbezahlter Arbeit immer noch mehrheitlich Frauen. Deshalb sollen Frauen auch gleichberechtigt entscheiden und mitbestimmen können – in allen demokratischen Gremien!

Wir wollen mithelfen, dass Frauenanliegen in den Gemeinden gleichberechtigt gehört und beachtet werden. 

→ Aufruf an die Frauen in Oberösterreich: mailt uns eure Anliegen!    frauen.ooe@gruene.at


Gemeinden von 0 bis unter 10 % Frauenanteil im Gemeinderat in OÖ sind:  ​

Gemeinde
Männer
Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
Roßbach
13
0
13
100,0%
0,0%
St. Georgen am Fillmannsbach
9
0
9
100,0%
0,0%
St. Pankraz
9
0
9
100,0%
0,0%
Vichtenstein
13
0
13
100,0%
0,0%
Pitzenberg
13
0
13
100,0%
0,0%
Rutzenham
9
0
9
100,0%
0,0%
Hinterstoder
12
0
12
100,0%
0,0%
Feldkirchen bei Mattighofen
18
1
19
94,7%
5,3%
Kirchberg bei Mattighofen
18
1
19
94,7%
5,3%
Haibach ob der Donau
18
1
19
94,7%
5,3%
Schönau im Mühlkreis
18
1
19
94,7%
5,3%
Rainbach im Innkreis
18
1
19
94,7%
5,3%
Kollerschlag
13
1
14
92,9%
7,1%
Geretsberg
12
1
13
92,3%
7,7%
Heiligenberg
12
1
13
92,3%
7,7%
St. Thomas
12
1
13
92,3%
7,7%
Steegen
12
1
13
92,3%
7,7%
Wendling
12
1
13
92,3%
7,7%
Andrichsfurt
12
1
13
92,3%
7,7%
Geiersberg
12
1
13
92,3%
7,7%
Auberg
12
1
13
92,3%
7,7%
Oberkappel
12
1
13
92,3%
7,7%
Niederthalheim
12
1
13
92,3%
7,7%
Bachmanning
12
1
13
92,3%
7,7%
Haag am Hausruck
23
2
25
92,0%
8,0%
Vorderweißenbach
23
2
25
92,0%
8,0%

(Datenquelle: Land OÖ, Mai 2019)

Auch die positivsten Beispiele bleiben unter 50 % Frauenanteil:  

Gemeinde
Männer
Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
Linz
35
30
65
53,8%
46,2%
Kematen an der Krems
13
12
25
52,0%
48,0%

(Datenquelle: Land OÖ, Mai 2019)

 



 


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